Schulgeschichte – Mehr als 100 Jahre Westerwaldschule

Das rasche Anwachsen des Stadtteils Köln-Humboldt führte dazu, dass die Schule an der Usinger Straße nicht mehr ausreichte. Am 03. September 1908 bewilligte die Stadtverordnetenversammlung den Plan zum Bau einer sechzehnklassigen Volksschule mit Haushaltungsschule, Turnhalle und Schuldienerwohnung. Die genehmigten Baukosten beliefen sich für den Schulbau auf 389.374 Mark. Der Bauentwurf stammte vom Stadtbauinspektor Verbeek, die Bauleitung hatte der Städtische Architekt Holstrater. Am 23.10.1908 wurde mit dem Bau der Schule Westerwaldstraße begonnen, die Bauzeit betrug ungefähr zwei Jahre. Am 20. September 1910 nahm die „Katholische Volksschule Cöln-Deutz Humboldtkolonie, Westerwaldstraße 90“ ihren Schulbetrieb auf.

In der Chronik unserer Schule heißt es dazu:

„Am Morgen, den 20. September 1910, verließen 7 Jungen- und 7 Mädchenklassen die alte Schule an der Usinger Straße und begaben sich in geschlossenen Zügen nach der neuen Schule in der Westerwaldstraße, um sie in Benutzung zu nehmen. Dort angekommen, stellten sich die Kinder sofort klassenweise auf dem Hof auf, worauf der Rektor von den Oberklassen das Lied ‚Großer Gott, wir loben dich‘ anstimmen ließ. Hierauf wurden die Klassen in die für sie bestimmten Räume geführt, und der Unterricht nahm seinen Anfang.“

1918/19

Am Ende des 1. Weltkrieges wurde die Schule mehrfach besetzt, zuerst von heimkehrenden deutschen Soldaten, dann von Besatzungstruppen. Bis in den Herbst 1919 mussten Noträume benutzt werden.

1920

Kinder und Lehrer zogen wieder in die Westerwaldschule ein.

1935/36 

Im Januar fand die Feier zum 25-jährigen Bestehen der Westerwaldschule als ein großer Elternabend mit Programm und nationalen Liedern und Gedichten statt.

1939 – 1945

Durch den 2. Weltkrieg wurde der Schulablauf erheblich gestört. Die Westerwaldschule wurde nach dem Polenfeldzug zunächst beschlagnahmt, konnte im Juni 1940 jedoch wieder bezogen werden. 1941 zerstörten Brandbomben das Dach des Schulhauses. Auch 1943 gab es schwere Bombenbeschädigungen. Die Turnhalle und die Hausmeisterwohnung brannten ab. Das Schulhaus wurde dennoch für den Unterricht benutzt. Alle Kinder aus Humboldt besuchten jetzt die Westerwaldschule, damit bei Alarm der Bunker aufgesucht werden konnte.

1947/48

Das bombengeschädigte Gebäude der Westerwaldschule wurde so weit hergestellt, dass vier Klassen der Evangelischen Volksschule dort einziehen konnten.

1952/53

Am 16.09.1953 feierte die Evangelische Volksschule ein großes Waldfest im Gremberger Wäldchen beim Forsthaus. Mit Theaterspiel, Gesang und Tanz erfreuten fast 400 Schüler ihre Eltern und Lehrer.

1968/69

Bei Schuljahresbeginn gab es zwei Schulen im Schulhaus an der Westerwaldstraße, die Evangelische Grundschule und die Gemeinschafts-Grundschule. Für die Kinder stellte dies eine Bereicherung des persönlichen Erlebniskreises dar. So wurden hier die Grundsätze der Toleranz täglich geübt und gelebt.

1978/79

Zehn Jahre später wurden die zwei Schulen zur Gemeinschafts-Grundschule (GGS) Westerwaldstraße zusammengefasst.

1985/86

Am Ende des Schuljahres feierten wir das 75jährige Bestehen der Schule  mit einem Festakt und einer bunten Schulkirmes. Oberbürgermeister Burger würdigte in seiner Festrede die wichtige Arbeit der Schule mit Kindern unterschiedlicher Nationalitäten. Als eine Art Jubiläumsgeschenk machte er Hoffnungen auf die Renovierung des Schulgebäudes, verbunden mit der Aussicht auf den Bau einer neuen Turn- und einer Pausenhalle.

1990/91

Unsere Schule beginnt mit der Inklusion. In einem Kooperationsmodell arbeitet die Lehrerin Frau Bienen von der Sonderschule für Erziehungsschwierige am Mörikeweg mit behinderten und nichtbehinderten Kindern an unserer Schule.

1991 – 1993

Wegen der Renovierung des Schulgebäudes mussten wir nach Porz in die leerstehende Hauptschule Berliner Straße umziehen. Die Schüler wurden täglich mit Bussen von Humboldt nach Porz und zurück gebracht.

1993/94

Zum Schuljahresbeginn war das Schulgebäude fertig umgebaut und renoviert. Die Einweihungsfeier fand am 2.10.1993 statt. Unsere Schule hatte neue Möbel, einen Werkraum, eine Schulküche sowie eine Aula mit Bühne.

1995/96

Wir wurden offiziell GU-Schule. Von nun an fand gemeinsamer Unterricht von Schülern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf in einer Klasse statt.

2003/04

Die beiden Schulhöfe der GGS Westerwaldstraße wurden in Eigenarbeit gemeinsam von Schülern, Eltern und Lehrern neu gestaltet. In den Sommerferien wurde mit dem Bau der Schlangenmauer begonnen. In den folgenden Jahren wurde die Schulhofgestaltung fortgesetzt und es kamen viele Spielgeräte neu hinzu.

2004/05

Unser Italienisch-Zweig wurde gegründet. Die Klasse 1b begann mit dem KOALA-Projekt.

Wir wurden außerdem Offene Ganztagsschule! Mit dem Träger Netzwerk e.V. bot die OGTS Betreuung bis 16.00 Uhr mit Mittagessen, Hausaufgabenhilfe und vielen Arbeitsgemeinschaften an.

2006/07

Das KOALA-Projekt wurde in einen bilingualen Zweig für Deutsch / Italienisch umgewandelt.

2007/08

Unser Neubau für die Offene Ganztagsschule wurde fertig gestellt und mit einem Schulfest eingeweiht. Nun gibt es u.a. Betreuungsräume für die OGTS, zwei neue Klassenräume, einen Computerraum, eine große Küche, einen Lagerraum, ein Büro und weitere Toiletten. Der Neubau ist behindertengerecht ausgestattet. Der letzte Pavillon auf dem Schulhof konnte dann abgerissen werden.

 

2008/09

Als erste Kölner Grundschule wurde uns der Titel „Europaschule in Nordrhein-Westfalen“ verliehen. Bei einem Festakt in Düsseldorf überreichte uns der damalige Europaminister Andreas Krautscheid eine Urkunde, ein Siegel, ein Schild und eine Europa-Flagge.

2009/10

Durch den Oberbürgermeister der Stadt Köln erfolgte eine weitere Ehrung zur Aufnahme unserer Schule in den „Verbund Kölner europäischer Schulen“.

Am Sonntag, den 20. Juni 2010 feierte die GGS Westerwaldstraße ihr 100-jähriges Jubiläum mit einem Schulfest. Als besondere Gäste spielten die Bläck Fööss, die ihrerseits das 40-jährige Bestehen feierten, Kölsche Hits. Anlässlich des Schuljubiläums wurde auch eine Festschrift herausgegeben, die für 1€ im Sekretariat unserer Schule käuflich erworben werden kann.

2012/13

Gewinn des Kinderkulturpreises des Landes NRW. Der Verein „aura 09“ sendet uns eine Schriftstellerin und eine Künstlerin. Die beiden erarbeiten mit der Bärenklasse ein Kinderbuch, in dem die Kinder selbst phantasievolle Geschichten in Deutsch und in ihrer Muttersprache schreiben. Zu den Geschichten gestalten sie künstlerische Bilder. Es entsteht das Buch „Laulali Vanillekind“, für das der Verein „aura 09“ mit dem Kinderkulturpreis ausgezeichnet wird.